Was ist eigentlich osteopathie und wann braucht mein Hund sie?

Die Osteopathie betrachtet den Körper ganzheitlich und verfolgt die Grundidee, dass Struktur und Funktion sich gegenseitig beeinflussen – Einschränkungen an einer Stelle beeinflussen Strukturen an anderer Stelle. Sie setzt darauf, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren, löst Bewegungseinschränkungen (nicht nur am Bewegungsapparat ), verbessert die Gesamtstatik und Organfunktionen.
Während wir bei der Physiotherapie viel aktiv arbeiten, ist die Osteopathie passiver und sanfter. Dabei aber nicht weniger anstrengend oder effektiv!


Vorteile Osteopathie:
Sehr sanft – auch für alte oder schmerzempfindliche Tiere geeignet
Betrachtet den Körper ganzheitlich
Gut bei funktionellen Störungen ohne Befund
Auch Organe und das craniosakrale System werden behandelt


Dadurch dass ich beide Ausbildungen abgeschlossen habe, kann ich euren Tieren jetzt vollumfassende Therapie aus beiden Bereichen bieten!

Parietale Osteopathie (Bewegungsapparat)


Die parietale Osteopathie beschäftigt sich mit dem gesamten Bewegungsapparat des Hundes. Dazu gehören Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen, Bänder und Faszien. Ziel ist es, Bewegungseinschränkungen, Spannungen oder Fehlbelastungen zu erkennen und zu lösen.
Beim Hund können solche Dysfunktionen zum Beispiel durch Stürze, ruckartige Bewegungen, Fehlstellungen, Wachstum, Alter oder nach Operationen entstehen. Ein Hund zeigt dies oft durch Lahmheit, Bewegungsunlust, steifen Gang oder Verhaltensänderungen.
Als Tierosteopath arbeite ich mit sanften manuellen Techniken, um die natürliche Beweglichkeit der Strukturen wiederherzustellen. Dadurch kann sich der Körper selbst regulieren, Schmerzen werden gelindert und die Bewegungsfreude verbessert

 Viszerale Osteopathie (Innere Organe

Die viszerale Osteopathie befasst sich mit den inneren Organen des Hundes, wie Magen, Darm, Leber, Lunge oder Blase, sowie deren Aufhängungen und Beweglichkeit im Körper.
Organe müssen sich bei Atmung und Bewegung frei gegeneinander verschieben können. Ist diese Beweglichkeit eingeschränkt – etwa durch Entzündungen, Narben, Stress oder Verdauungsprobleme – kann dies nicht nur die Organfunktion selbst, sondern auch den Bewegungsapparat beeinflussen.
Mit sehr feinen, tiefgehenden Griffen unterstütze4 ich als Osteopathin die Eigenbewegung der Organe. Dies kann sich positiv auf Verdauung, Atmung, Stoffwechsel und das allgemeine Wohlbefinden des Hundes auswirken.

Craniale Osteopathie (Schädel & Nervensystem)

Die craniale Osteopathie konzentriert sich auf den Schädel, die Wirbelsäule, das Kreuzbein sowie das zentrale Nervensystem. Grundlage ist der sogenannte craniosacrale Rhythmus, eine feine, rhythmische Bewegung im Körper.
Beim Hund können Spannungen im Schädelbereich z. B. durch Geburt, Stürze, Zahnprobleme, chronischen Stress oder neurologische Belastungen entstehen. Diese Spannungen können sich auf Verhalten, Konzentration, Gleichgewicht oder das Immunsystem auswirken.
Durch äußerst sanfte Berührungen unterstützt der Osteopath die Balance des Nervensystems. Viele Hunde reagieren darauf sehr entspannt, werden ruhiger und ausgeglichener.

Alle drei Bereiche – parietal, viszeral und cranial – stehen in enger Verbindung. In der Tierosteopathie wird der Hund immer als Ganzes betrachtet, denn eine Störung in einem Bereich kann Auswirkungen auf den gesamten Organismus haben.

Welche Hunde profitieren von Osteopathie?

Grundsätzlich kann Osteopathie für Hunde jeden Alters sinnvoll sein. Besonders profitieren Hunde mit Bewegungseinschränkungen, nach Unfällen oder Operationen sowie ältere Hunde mit Verschleißerscheinungen. Auch Sport-, Arbeits- und sehr aktive Hunde können osteopathisch begleitet werden, um Fehlbelastungen auszugleichen und Verletzungen vorzubeugen. Welpen können ebenfalls behandelt werden, zum Beispiel nach einer schweren Geburt oder bei Entwicklungsauffälligkeiten.

Erkrankungen, bei denen Osteopathie gut wirkt

Osteopathie zeigt gute Erfolge bei Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Arthrose, Hüft- und Ellbogendysplasie, Rückenproblemen (z. B. Blockaden, Spondylose oder Bandscheibenproblemen), Lahmheiten unklarer Ursache sowie Muskel- und Sehnenschmerzen. Auch bei neurologischen Auffälligkeiten, Verdauungsproblemen, Atemwegserkrankungen oder chronischen Schmerzen kann sie unterstützend eingesetzt werden. Zudem kann Osteopathie das allgemeine Wohlbefinden fördern und den Heilungsprozess begleitend zur tierärztlichen Behandlung positiv beeinflussen.